Programmieren · simulieren · prüfen

SPS-Werkstatt.
Kontaktplan selbst programmieren.

Bau dein Programm im Kontaktplan (KOP), drück in der Simulation die Taster und sieh, wie der Signalfluss läuft. „Programm prüfen“ spielt die Abläufe durch, die auch ein Ausbildner testen würde – und zeigt dir genau, wo es hakt. Ganz ohne Installation, auch am Handy. Neu in Paket B: Zeitglieder, Zähler, animierte Anlagen (Förderband, Garagentor, Ampel, Mischer, Zylinder) und Schrittketten.

Meine Favoriten

So rechnet die Werkstatt

  • Kontakte fragen Signale ab: Schließerkontakt „Ist das Signal 1?“, Öffnerkontakt „Ist das Signal 0?“. Der Kontakt im Programm fragt das Signal ab – nicht die Bauart des Gebers. Ein Öffner-Taster im Feld liefert in Ruhe 1 – deshalb wird er im Programm meist mit einem Schließerkontakt abgefragt.
  • Signalfluss von links nach rechts: Von der linken Schiene durch die Kontakte bis zur Spule. Ob an einer Stelle Signalfluss ankommt, ist das Ergebnis der Verknüpfung – bei Siemens heißt es Verknüpfungsergebnis (VKE). Kontakte hintereinander sind UND, Zweige untereinander sind ODER. Jede Zeile hängt links an der Schiene; eine senkrechte Verbindung führt einen Zweig in die Zeile darüber zurück.
  • Zyklus: Eingänge lesen → Netzwerke von oben nach unten rechnen → Ausgänge schreiben → von vorn. Ausgänge und Merker werden sofort im Prozessabbild geändert – Netzwerke weiter unten lesen im selben Zyklus schon den neuen Wert. Was zuletzt geschrieben wird, gilt – darum ist die Reihenfolge bei Setzen und Rücksetzen wichtig.
  • Flanken: P und N liefern nur in dem einen Zyklus eine 1, in dem sich das Signal ändert – ideal für „einmal pro Tastendruck“.
  • Merker (M0.0 bis M0.7) sind Zwischenspeicher im Programm, ohne Anschluss nach außen.
  • Zeitglieder (Paket B): TON, TOF und TP stehen wie eine Spule am Zeilenende auf T1 bis T4, mit der Zeit PT in Sekunden. Der Ausgang Q wird mit einem Kontakt auf dieselbe T-Adresse abgefragt. TON (Einschaltverzögerung): Q wird 1, wenn der Eingang PT lang ununterbrochen 1 war. TOF (Ausschaltverzögerung): Q folgt dem Eingang sofort und bleibt nach dem Abfallen noch PT lang 1. TP (Impuls): eine steigende Flanke erzeugt genau einen Impuls der Länge PT. Die Simulation läuft in Echtzeit – ET zeigt die abgelaufene Zeit.
  • Zähler (Paket B): CTU auf C1 bis C4 zählt jede steigende Flanke am Zähleingang (CU) – der Zählwert heißt CV. Q wird 1, sobald CV den Zählwert PV erreicht. Eine Rücksetzen-Spule (R) auf dieselbe C-Adresse stellt CV auf 0. Setz das Rücksetzen-Netzwerk hinter das Zähler-Netzwerk, dann hat Rücksetzen Vorrang – wie beim CTU-Baustein der Norm.
  • Anlagen (Paket B): Bei Aufgaben mit Anlage schaltet die Simulation die Sensoren selbst – Lichtschranke, Endschalter, Füllstand – je nachdem, was deine Ausgänge bewirken. Die Anlage läuft in der Prüfung mit; ein Garagentor, das gegen den Endschalter fährt, oder zwei gleichzeitig angesteuerte Schütze fallen dort auf.
  • Schrittketten (Paket B): Abläufe wie Ampel, Mischer oder Zylinderfolge baust du mit Schrittmerkern: Jeder Schritt ist ein Merker, der mit S gesetzt und beim Übergang mit R gelöscht wird. Die Ausgänge hängen nur noch an den Schrittmerkern. Beim Zylinder zeichnet die Anlage ein Weg-Zeit-Diagramm mit – daraus liest du die Schrittfolge ab.
  • Funktionsplan: „Als Funktionsplan (FUP) ansehen“ zeigt dein Programm als UND-/ODER-Bausteine – dieselbe Logik in der zweiten gängigen Darstellung.
  • Schreibweise: International I/Q (Input/Output), in deutscher Schreibweise E/A – umschaltbar über der Zuordnungsliste. In der Normschreibweise nach IEC 61131-3 heißen die Adressen %IX0.0, %QX0.0 und %MX0.0.
  • Lernmodell: Die Werkstatt arbeitet nach den Grundideen der Norm IEC 61131-3. Was du hier übst – Zuordnungsliste, Kontakte, Spulen, Setzen/Rücksetzen, Flanken, Netzwerkreihenfolge – findest du in jeder SPS-Programmiersoftware wieder. Bedienung und Befehlsnamen unterscheiden sich je nach Hersteller.
  • Sicherheit: NOT-HALT und Schutzeinrichtungen dürfen nicht allein über ein normales SPS-Programm wirken. Sie wirken über sicherheitsgerichtete Technik (Sicherheitsschaltgerät oder Sicherheits-SPS), die die Maschine sicher stillsetzt – je nach Auslegung sofort oder nach einem gesteuerten Stopp; die normale SPS bekommt meist nur eine Meldung, dass NOT-HALT ausgelöst wurde. Siehe Vom Stromlaufplan zum Kontaktplan.

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