Rookie bis Profi · messen statt raten

Multimeter-Werkbank.
Spannung, Strom, Widerstand – richtig gemessen.

Ein virtuelles Digitalmultimeter an simulierten Stromkreisen: Drehschalter, Buchsen, Messbereich, zwei Messspitzen. Du misst Spannung parallel, Strom in Reihe, Widerstand spannungsfrei – und erlebst, was bei den typischen Bedienfehlern passiert, bevor dir ein echtes Gerät die Sicherung dankt. Mit Aufgaben, die deine Messung prüfen.

Meine Favoriten

Dein Weg

So geht die Werkbank: Spitze wählen (Rot/Schwarz) und einen Messpunkt im Plan antippen, Drehschalter und Buchse am Gerät einstellen, Schalter im Plan antippen. Unter dem Plan findest du Knöpfe zum Auftrennen und Abklemmen. Die Statuszeile sagt dir, was das Gerät gerade sieht. Bei Durchgang piept das Gerät wirklich – mit „Ton an/aus“ am Gerät schaltest du den Piepton ab.

Rookie

Spannung messen und Durchgang prüfen

Messart, Buchse, Bereich – und die erste Messung an der Lampe. Dazu die Durchgangsprüfung an Sicherungen und Leitungen.

Ausprobieren

Miss an der Lampenschaltung: Rot an 1, Schwarz an 4 zeigt die Batterie. Schalte S1 im Plan, verschiebe die Spitzen, probiere die Bereiche – und schau, was OL und das Minuszeichen bedeuten. Der zweite Messplatz hat zwei Sicherungen für die Durchgangsprüfung.

Verstehen · Rookie

Das Multimeter: drei Dinge vor jeder Messung

9.00V⎓VΩ 🔔AOFF10 AmACOMVΩschwarzrot
Schwarz immer in COM. Rot in VΩ für Spannung, Widerstand und Durchgang – in mA oder 10 A nur zum Strommessen.

Ein Digitalmultimeter misst Spannung, Strom, Widerstand und prüft Durchgang. Bevor du die Spitzen ansetzt, entscheidest du drei Dinge:

  • Messart am Drehschalter: V⎓ (Gleichspannung), V~ (Wechselspannung), Ω, 🔔 oder A.
  • Buchse: Schwarz immer in COM. Rot in VΩ – oder in mA bzw. 10 A, aber nur zum Strommessen.
  • Messbereich: bei unbekanntem Wert groß anfangen und herunterschalten, bis der Wert gerade passt.
Unsere Werkbank hat eine Handbereichswahl, damit du den Bereich bewusst wählst. Viele Geräte wählen den Bereich automatisch („Auto“) – die Messart und die Buchse musst du trotzdem selbst richtig stellen.

Spannung: zwischen zwei Punkten, parallel

Spannung ist immer ein Unterschied zwischen zwei Punkten. Darum hältst du die Spitzen an zwei Stellen – das Gerät liegt parallel zur Messstelle, ohne dass du etwas auftrennst. Im Inneren ist es sehr hochohmig (10 MΩ), es stört die Schaltung also praktisch nicht.

  • Rot an den Punkt mit dem höheren Potential (Plus), Schwarz an Minus: Das Display zeigt positiv.
  • Vertauscht: Der Wert bekommt ein Minus. Kein Fehler – das Vorzeichen sagt dir, wo Plus ist.
  • An einem offenen Schalter liegt die volle Spannung, an der Lampe dahinter 0 V. Spannung „wartet“ an der Unterbrechung.

Messbereich und OL

Das Display hat 3½ Stellen (höchstens 1999). Im Bereich 20 V zeigt es 9.00, im Bereich 200 V nur 9.0 – der kleinere Bereich hat mehr Nachkommastellen. Passt der Wert nicht in den Bereich, erscheint OL (Überlauf): Dann einen Bereich höher.

Faustregel: Der kleinste Bereich, in den der Wert passt, ist der genaueste. Bei Ω heißt OL entweder „Bereich zu klein“ oder „unendlich“ – darum erst den größten Ω-Bereich probieren; bleibt es OL, ist der Weg unterbrochen. Bei 🔔 (fester Bereich bis 200 Ω) heißt OL: kein niederohmiger Weg – bei Leitung und Sicherung also unterbrochen. Bauteile mit größerem Widerstand prüfst du im Ω-Bereich.

Durchgang prüfen – nur spannungsfrei

In Stellung 🔔 schickt das Gerät einen eigenen kleinen Strom durch das Bauteil. Bei diesem Lerngerät piept es unter etwa 30 Ω (bei echten Geräten steht die Schwelle in der Anleitung): Leitung, Sicherung oder Schalterkontakt haben Durchgang. Ob ein Kontakt auch unter Last gut ist, zeigt erst die Spannungsfallmessung (Profi). OL und kein Ton: kein niederohmiger Weg – eine Leitung oder Sicherung ist dann unterbrochen. (Eine Lampe prüfst du besser im Ω-Bereich: Ihr Glühfaden hat kalt wenige Ohm, im Lernmodell konstant 90 Ω.) Die Schutzleiterprüfung in Anlagen ersetzt der Piepser nicht – dafür gibt es den Installationstester (Prüfstrom mindestens 0,2 A).

  • Vorher spannungsfrei machen: Batterie abklemmen bzw. Netzteil trennen – und nachmessen, dass keine Spannung mehr anliegt (Elkos können geladen bleiben). Eine fremde Spannung verfälscht die Messung und kann den Ω-Eingang beschädigen.
  • Polarität ist bei Ω und 🔔 egal – bei Leitungen, Sicherungen und Widerständen. Halbleiter (Dioden, LEDs) sind die Ausnahme, dafür gibt es den Diodentest.
  • Von außen sieht man einer Sicherung nicht an, ob sie ausgelöst hat – darum messen.

Aufgaben · Rookie

Zehn Aufgaben: Gerät einstellen, Spannung messen, Vorzeichen und OL verstehen, Durchgang prüfen. Bei Messaufgaben prüft die Werkbank deine Einstellung und die Lage der Spitzen.

Fortgeschritten

Strom in Reihe, Widerstand spannungsfrei

Strom messen heißt auftrennen. Widerstand messen heißt abklemmen. Hier erlebst du beides – und den Bedienfehler, der die Sicherung im Gerät kostet.

Ausprobieren

Öffne eine Trennstelle und schleife das Gerät ein (Rot in mA!). Klemme die Batterie ab und miss Widerstände. Probiere am Messplatz „Lampe mit Schalter“ absichtlich den Strommesser parallel zur Lampe (2–3) – und tausche danach die Sicherung.

Verstehen · Fortgeschritten

Strom: in Reihe – den Kreis auftrennen

VA++V parallel zur LampeKreis auftrennen, A in die LückeBatterie und LampeBatterie und Lampe
Der Spannungsmesser hängt neben dem Bauteil, der Strommesser steckt im Stromkreis drin.

Der Strommesser muss im Stromkreis liegen, damit der ganze Strom durch ihn fließt. Du trennst den Kreis an einer Stelle auf (Klemme lösen, Leitung abziehen) und schließt die Lücke mit dem Gerät. Im Inneren ist der Strommesser fast ein Draht (ein kleiner Shunt-Widerstand).

  1. Kreis spannungsfrei schalten, Trennstelle öffnen.
  2. Rot in mA (bis 200 mA) oder 10 A, Drehschalter auf A.
  3. Gerät in die Lücke: Rot an die Seite, von der der Strom kommt.
  4. Einschalten, ablesen, ausschalten – und die rote Leitung zurück in VΩ.

Der klassische Fehler: Strommesser parallel

Hängst du das Gerät in Stellung A parallel zu einem Bauteil, überbrückt es das Bauteil wie ein Draht. Liegt sonst kein Widerstand mehr im Kreis – wie bei der Lampe an der Batterie –, ist das ein Kurzschluss der Quelle: Fast der ganze Strom fließt durch den Shunt. Die Sicherung im Gerät löst aus – am Netz entsteht ein Lichtbogen. Darum gibt es für die Strombuchsen eigene Sicherungen (hier 200 mA und 10 A).

Buchse schlägt Drehschalter: Steckt die rote Leitung in mA oder 10 A, ist das Gerät niederohmig – egal, was der Drehschalter sagt. Nach jeder Strommessung die Leitung zurück in VΩ.

Welcher Strombereich?

Eine Lampe 9 V/0,1 A zieht rund 0,1 A: Bereich 200 mA. Motoren ziehen oft mehr und beim Anlaufen ein Vielfaches – dafür den Bereich 10 A nehmen. Eine LED mit Vorwiderstand zieht meist 5–20 mA: Bleibt der Wert unter 20 mA, zeigt der Bereich 20 mA zwei Nachkommastellen – bei OL nimm 200 mA. Unbekannter Strom: mit 10 A anfangen, dann herunter – zum Umstecken in mA den Kreis vorher ausschalten. Zeigt das Gerät im A-Bereich 0.0, obwohl alles angeschlossen und S1 zu ist: Buchse prüfen – in VΩ ist das Gerät hochohmig, der Kreis bleibt praktisch offen. Steckt die Leitung richtig, hat vielleicht die Gerätesicherung ausgelöst.

Widerstand: spannungsfrei und ohne Nebenweg

Das Ohmmeter arbeitet wie die Durchgangsprüfung mit eigenem Prüfstrom und berechnet R = U / I. Zwei Regeln:

  • Spannungsfrei: Batterie abklemmen. Mit fremder Spannung zeigt das Gerät Unsinn und kann kaputtgehen – die Werkbank warnt dich.
  • Kein Nebenweg: Alles, was parallel zum Bauteil liegt, misst du mit. 470 Ω parallel zu 1 kΩ ergeben 320 Ω. Bauteil einseitig auslöten oder ausbauen.

Bereich wie bei V: kleinster Bereich ohne OL. 470 Ω zeigt im 2-kΩ-Bereich „0.470 kΩ“.

Aufgaben · Fortgeschritten

Elf Aufgaben: Lampen- und LED-Strom messen, Buchsenfehler, Strommesser parallel, Widerstände mit und ohne Spannung, Parallelpfad.

Profi

Fehlersuche mit dem Multimeter

Spannungsfall über Kontakten, Unterbrechungen finden, Sicherungen im Betrieb prüfen, Rückwirkung des Messgeräts, Leerlauf und Last – und die Bedienfehler, die auch Profis passieren.

Ausprobieren

Vier Messplätze mit versteckten Fehlern: eine schwach leuchtende Lampe, ein dunkler Kreis mit drei Steckern, eine Sicherung unter Spannung und ein hochohmiger Spannungsteiler. Miss, bevor du in den Aufgaben antwortest.

Verstehen · Profi

Spannungsfall über Kontakten

Über einer guten Verbindung (Klemme, Stecker, Schalterkontakt) fällt bei fließendem Strom praktisch keine Spannung ab. Misst du dort 0,5 V, 1 V oder mehr, hat der Kontakt einen zu hohen Übergangswiderstand: korrodiert, lose, verbrannt. Diese Spannungsfallmessung unter Last findet Fehler, die eine Durchgangsprüfung noch durchwinkt – ein korrodierter Kontakt piept nämlich meistens trotzdem.

Unterbrechung finden

Lampe dunkel, Schalter zu? Miss die Spannung über jeder Verbindung im Kreis. Wo die volle Spannung steht, ist die Unterbrechung – an intakten Stellen misst du 0 V. Dasselbe gilt für Sicherungen im Betrieb, also bei eingeschaltetem Verbraucher: 0 V über der Sicherung = in Ordnung, Batteriespannung = ausgelöst. So prüfst du, ohne auszubauen. Bei ausgeschaltetem Verbraucher sagt diese Messung nichts – dann hängt die Spitze in der Luft.

Das Messgerät verändert die Schaltung

Jeder Spannungsmesser zieht einen kleinen Strom. Bei 10 MΩ Eingangswiderstand merkst du in normalen Schaltungen nichts. Ist die Schaltung selbst hochohmig (Spannungsteiler aus 1-MΩ-Widerständen, Sensorschaltungen), liegt das Gerät als Last parallel und die Spannung sinkt messbar. Umgekehrt verkleinert der Shunt des Strommessers den Strom ein wenig. Messen ist nie ganz ohne Rückwirkung.

Leerlauf und Last

Eine Quelle hat einen Innenwiderstand. Im Leerlauf zeigt die Batterie 9,00 V, unter Last (0,1 A, 1,5 Ω) nur 8,85 V. Eine müde Batterie zeigt im Leerlauf oft noch fast den vollen Wert und bricht erst unter Last ein. Darum Versorgungen unter Last beurteilen – und beim Fehlersuchen zuerst die Spannung am Verbraucher messen, nicht an der Quelle.

Vor dem Messen – die Liste

  • Messart richtig? V⎓ oder V~? Eine Batterie zeigt in V~ 0 V oder einen Unsinnswert – jedenfalls nicht ihre Spannung.
  • Rote Leitung in VΩ? Nach einer Strommessung steckt sie gern noch in 10 A: Das schließt die Messstelle kurz.
  • Bereich: groß anfangen.
  • Ω und 🔔 nur spannungsfrei; A nur in Reihe.
  • Gerät, Leitungen und Sicherungen in Ordnung? Funktion an bekannter Spannung prüfen.

Für Messungen am Netz gelten eigene Regeln: Ω und 🔔 nur im spannungsfreien Zustand nach den fünf Sicherheitsregeln, Spannungsmessungen nur als Elektrofachkraft oder unterwiesene Person, mit Gerät und Messleitungen der passenden Messkategorie – siehe Messfehler und Sicheres Arbeiten. Die Werkbank bleibt bei 9 V.

Aufgaben · Profi

Elf Aufgaben: Teilspannungen und Zweigströme, Spannungsfallmessung, Unterbrechung finden, Sicherung im Betrieb, Messgerätebelastung, Innenwiderstand der Quelle, V~ statt V⎓, Leitung in 10 A.

Weiter damit

Lernmodell: Batterie 9 V mit 1,5 Ω Innenwiderstand, Lampe 9 V/0,1 A, rote LED 2 V, Multimeter mit 10 MΩ Eingangswiderstand, 3½-stelliger Anzeige und Sicherungen 200 mA / 10 A. Echte Geräte unterscheiden sich in Bereichen, Buchsen und Schutz – die Regeln bleiben gleich. Messungen am Netz nur mit Unterweisung und passender Messkategorie.