Vertiefung · Anlagen- & Betriebstechnik

Elektrische Motoren
verstehen und anwenden.

Motor, Typenschild, Anschluss und Schutz zusammen betrachten.

Meine Favoriten

Themen dieser Kategorie

Karte auswählen oder der Reihe nach lernen.

4 Themen

01 Drehstrommotor

Kurz erklärt

Ein Drehstrommotor wandelt elektrische Energie mithilfe eines Drehfelds in mechanische Drehbewegung um.

Wofür brauche ich das?Motoren treiben Pumpen, Lüfter, Förderer und Werkzeugmaschinen an.
PraxisbeispielEin Förderband wird über einen Asynchronmotor und ein Schütz gestartet.
Typischer FehlerMotor ohne Prüfung von Netz, Typenschild, Schutz und Mechanik anschließen.

Mehr Details

Statorwicklungen erzeugen das Drehfeld. Beim Asynchronmotor läuft der Rotor etwas langsamer (Schlupf), die Drehzahl sinkt leicht mit der Belastung; ein Synchronmotor läuft genau mit Drehfelddrehzahl. Nennstrom und Betriebsart beeinflussen den Einsatz.

Wichtige Fachbegriffe
  • Stator: Feststehender Teil des Motors; seine Wicklungen erzeugen das Drehfeld.
  • Läufer (Rotor): Drehender Teil des Motors, der mit der Welle verbunden ist.
  • Synchrondrehzahl: Drehzahl des Drehfelds: ns = f · 60 / p (p = Polpaarzahl), z. B. 1500 1/min bei 50 Hz und p = 2.
  • Schlupf: Zurückbleiben des Asynchronläufers hinter der Synchrondrehzahl: s = (ns − n) / ns.
Lerncheck & Fragen & Antworten

Erkläre in eigenen Worten: Worum geht es beim Thema „Drehstrommotor“, wozu brauchst du es und welcher typische Fehler muss vermieden werden?

Vergleiche deine Antwort mit „Kurz erklärt“, Praxisbeispiel und Mehr Details.

Sicherheit & Grenzen

Vor praktischen Arbeiten Gefährdung, Zuständigkeit, Herstellerangaben und betriebliche Regeln klären. Unbekannte oder gefährliche Zustände nicht durch Probieren lösen.

02 Motortypenschild

Kurz erklärt

Das Typenschild nennt die vorgesehenen elektrischen und mechanischen Betriebsdaten eines Motors.

Wofür brauche ich das?Nur damit lassen sich Anschluss, Schutz und erwartetes Verhalten plausibel festlegen.
PraxisbeispielSpannungsangaben und Schaltsymbole werden mit dem vorhandenen Netz verglichen.
Typischer FehlerNur die Leistung abzulesen und Strom, Frequenz, Schaltung oder Betriebsart zu ignorieren.

Netzspannung und Wicklungsspannung

Die Klemmenspannung ist immer zwischen zwei bestimmten Anschlusspunkten zu verstehen. Bei einem Motor muss zusätzlich klar sein, ob die Spannung zwischen Außenleitern oder an einer einzelnen Wicklung gemeint ist.

Lesebeispiel: Die zusammengehörige Typenschildangabe „Δ/Y 230/400 V“ bedeutet bei der angegebenen Frequenz: 230 V in Dreieck beziehungsweise 400 V in Stern. In beiden Fällen erhält jede Wicklung ungefähr 230 V. Ein „Δ/Y 400/690 V“-Motor besitzt andere Wicklungsdaten. Das Beispiel erklärt die Zuordnung; es ist kein allgemeiner Anschlussplan.

Ein Stern-Dreieck-Anlauf setzt voraus, dass der Motor für den anschließenden Dreieckbetrieb an der vorhandenen Netzspannung vorgesehen ist. Leistung allein genügt für diese Entscheidung nicht.

Klemmenbezeichnung lesen

Die sechs Wicklungsanschlüsse eines Drehstrommotors tragen eine genormte Klemmenbezeichnung: U1, V1, W1 für die Wicklungsanfänge und U2, V2, W2 für die zugehörigen Wicklungsenden.

Lesebeispiel: Am Klemmenbrett stehen sich die drei Anfänge und die drei Enden gegenüber. Welche Brücken für Stern- oder Dreieckschaltung zu setzen sind, zeigt das Schaltbild auf oder neben dem Klemmenbrett des jeweiligen Motors – das ist kein allgemeingültiges Bild für jeden Motortyp.

Mehr Details

Wichtige Angaben sind Nennspannung, Nennstrom, Leistung, Frequenz, Drehzahl, Leistungsfaktor, Schutzart und Betriebsart.

Wichtige Fachbegriffe
  • Bemessungsstrom: Strom, den der Motor bei Bemessungsspannung und Bemessungsleistung aufnimmt; Grundlage für die Einstellung des Motorschutzes.
  • Leistungsfaktor cos φ: Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung im Bemessungsbetrieb.
  • Betriebsart S1: Dauerbetrieb mit gleichbleibender Belastung, bei dem der Motor seine Beharrungstemperatur erreicht.
Lerncheck & Fragen & Antworten

Erkläre in eigenen Worten: Worum geht es beim Thema „Motortypenschild“, wozu brauchst du es und welcher typische Fehler muss vermieden werden?

Vergleiche deine Antwort mit „Kurz erklärt“, Praxisbeispiel und Mehr Details.

Sicherheit & Grenzen

Vor praktischen Arbeiten Gefährdung, Zuständigkeit, Herstellerangaben und betriebliche Regeln klären. Unbekannte oder gefährliche Zustände nicht durch Probieren lösen.

03 Motordrehrichtung

Kurz erklärt

Die Drehrichtung muss zur Maschine und zum Prozess passen; bei Drehstrommotoren hängt sie häufig von der Phasenfolge ab.

Wofür brauche ich das?Eine falsche Richtung kann Pumpenwirkung verhindern oder Mechanik beschädigen.
PraxisbeispielNach Anschlussänderung erfolgt ein kontrollierter kurzer Probelauf im sicheren Zustand.
Typischer FehlerDirekt unter Last starten, ohne Gefahrenbereich und Folgewirkung zu prüfen.

Mehr Details

Vor dem Probelauf werden mechanische Freigängigkeit, Schutzvorrichtungen und zulässige Drehrichtung geklärt.

Wichtige Fachbegriffe
  • Rechtslauf: Drehung im Uhrzeigersinn mit Blick auf das Wellenende; ergibt sich bei Rechtsdrehfeld und Anschluss L1–U1, L2–V1, L3–W1.
  • Drehrichtungsumkehr: Durch Tauschen zweier Außenleiter kehren sich Drehfeld und Drehrichtung um.
  • Drehrichtungsprüfung: Kontrolle, ob die Welle in die vorgesehene Richtung dreht: Drehfeld am Anschluss prüfen und kurzer, gesicherter Probelauf.
Lerncheck & Fragen & Antworten

Erkläre in eigenen Worten: Worum geht es beim Thema „Motordrehrichtung“, wozu brauchst du es und welcher typische Fehler muss vermieden werden?

Vergleiche deine Antwort mit „Kurz erklärt“, Praxisbeispiel und Mehr Details.

Sicherheit & Grenzen

Vor praktischen Arbeiten Gefährdung, Zuständigkeit, Herstellerangaben und betriebliche Regeln klären. Unbekannte oder gefährliche Zustände nicht durch Probieren lösen.

04 Motorstart & Motorschutz

Kurz erklärt

Motorstart und Motorschutz müssen Einschaltstrom, Überlast, Kurzschluss und Maschinenfunktion berücksichtigen.

Wofür brauche ich das?So startet der Antrieb zuverlässig und wird bei unzulässiger Belastung abgeschaltet.
PraxisbeispielDer Überlastauslöser des Motorschutzschalters wird in der Regel auf den Bemessungsstrom vom Typenschild (für die vorhandene Spannung und Schaltung) eingestellt; gemessene Betriebsströme dienen zur Kontrolle.
Typischer FehlerÜberlastschutz mit Kurzschlussschutz gleichzusetzen.

Mehr Details

Direktstart, Stern-Dreieck oder Frequenzumrichter stellen unterschiedliche Anforderungen; Schutz und Parametrierung müssen zusammenpassen.

Wichtige Fachbegriffe
  • Überlastauslöser: Thermischer oder elektronischer Auslöser, der bei länger andauerndem Überstrom abschaltet; meist auf den Bemessungsstrom des Motors eingestellt.
  • Kurzschlussauslöser: Magnetischer Auslöser, der bei Kurzschlussstrom unverzögert abschaltet.
  • Anlaufstrom: Erhöhter Strom beim Einschalten; beim Direktstart ein Mehrfaches des Bemessungsstroms (Angabe IA/IN in den Herstellerdaten).
Lerncheck & Fragen & Antworten

Erkläre in eigenen Worten: Worum geht es beim Thema „Motorstart & Motorschutz“, wozu brauchst du es und welcher typische Fehler muss vermieden werden?

Vergleiche deine Antwort mit „Kurz erklärt“, Praxisbeispiel und Mehr Details.

Sicherheit & Grenzen

Vor praktischen Arbeiten Gefährdung, Zuständigkeit, Herstellerangaben und betriebliche Regeln klären. Unbekannte oder gefährliche Zustände nicht durch Probieren lösen.

↑